87% der Menschen nutzen KI bereits bei der Arbeit. Was ist mit Dir? Wie gehst Du mit den Ergebnissen um?
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A
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B
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Aber welches dieser beiden Muster bringt uns langfristig weiter?
Die Antwort ist deutlich:
Muster A. Du prüfst KI-Ergebnisse kritisch, hinterfragst Annahmen und entwickelst sie weiter. So nutzt Du KI gezielt, ohne Dein eigenes Denken an sie abzugeben.
Bei Muster B sieht es anders aus: Du übernimmst Ergebnisse, ohne sie genauer zu prüfen. Fehler und falsche Annahmen können sich dadurch weitertragen und später zusätzliche Arbeit verursachen.
Kritisches Denken beginnt mit einer einfachen Frage
Kritisches Denken ist nichts Neues. Du hast schon in der Schule gelernt, nicht alles, was Du hörst oder liest, einfach für wahr zu halten.
Kritisches Denken bedeutet, nicht einfach hinzunehmen, was vor uns liegt. Wir fragen nach, prüfen Annahmen und betrachten unterschiedliche Perspektiven, bevor wir uns entscheiden. So können wir Informationen besser einordnen und Entscheidungen fundierter treffen.
Viele Innovationen beginnen mit einer einfachen Frage: Warum machen wir das eigentlich so? Garrett Camp stellte sich diese Frage nach einer schwierigen Taxifahrt in Paris. Und dann ging er einen Schritt weiter: „Was wäre, wenn es auch anders ginge?“ Aus diesen Fragen entstand die Idee für Uber.
Eine gute Idee ist erst der Anfang. Sie wird erst dann wirklich stark, wenn Menschen sie gemeinsam hinterfragen, unterschiedliche Perspektiven einbringen und sie weiterentwickeln.
Was passiert, wenn wir aufhören kritisch zu denken?
Wenn wir mit KI arbeiten, können wir unser Denken auf unterschiedliche Weise einsetzen. Zwei Begriffe helfen dabei, diesen Unterschied zu verstehen:
Kognitive Entlastung ("Cognitive Offloading") bedeutet, dass wir bestimmte Denkarbeit an ein Hilfsmittel abgeben. Wir lassen zum Beispiel den Taschenrechner für uns rechnen, den Kalender unsere Termine verwalten oder eine Fitness-App unsere Nährwerte im Blick behalten. Das kann uns im Alltag entlasten und Zeit für andere Aufgaben schaffen. Auch KI kann uns dabei unterstützen. Zum Beispiel, wenn Du Meetings zusammenfassen lässt oder KI nutzt, um eine E-Mail in einer Sprache zu formulieren, in der Du Dich noch nicht ganz sicher fühlst. |
Kognitive Kapitulation ("Cognitive Surrender") geht einen Schritt weiter und beschreibt den Prozess, bei dem Menschen ihr Denken zunehmend an KI abgeben: Wir übernehmen KI-Ergebnisse, ohne sie ausreichend zu prüfen. Wir hinterfragen sie nicht mehr, sondern verlassen uns auf das, was die KI uns vorgibt. Wenn wir unser Denken an die KI abgeben, bringt das Folgen mit sich:
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Was bedeutet eine Kognitive Kapitulation für Organisationen?
Der Begriff ist neu, die Forschung dahinter ist es nicht. Sie zeigt bereits, welche Folgen der Umgang mit KI für Menschen und Organisationen haben kann.
Der Work AI Report von Glean zeigt: Die meisten Menschen nutzen KI inzwischen regelmäßig bei der Arbeit.
- 87 % nutzen KI bei der Arbeit.
- 75 % sagen, dass Ki sie produktiver macht.
Aber:
- Nur 13 % geben an, dass ihre Organisation bessere Ergebnisse erzielt.
Der Report zeigt zwei unterschiedliche Arten, wie wir mit KI-Ergebnissen umgehen können. Beim sogenannten Botsitting prüfen wir die Ergebnisse kritisch, hinterfragen Annahmen und entwickeln sie weiter (Muster A). Beim Botshipping übernehmen wir sie, ohne sie ausreichend zu prüfen (Muster B) .
Botsitting kostet Zeit. Der KI-Experte und Professor Tom Davenport bringt es auf den Punkt:
"Wenn Du generative KI auf die „richtige Art“ nutzt, sparst Du nicht unbedingt viel Zeit und Aufwand. Du arbeitest mit mehreren Prompts, bis Du ein Ergebnis erhältst, das Deinen Vorstellungen entspricht. Dann prüfst Du es sorgfältig, überarbeitest den Text, entfernst typische Floskeln und bringst Deine eigene Perspektive ein."
Beim Botshipping bringt die vermeintliche Zeitersparnis schnell neue Arbeit mit sich. Wir müssen Fehler korrigieren, Ergebnisse nacharbeiten, Entscheidungen überdenken und Probleme selbst lösen.
Egal, wie viel Zeit Menschen zunächst sparen, wenn sie ihr Denken an KI abgeben: Für das Unternehmen zahlt sich das nicht aus.
Während Davenport zeigt, dass die sinnvolle Nutzung von KI zunächst Zeit kostet, erinnert Erik Brynjolfsson, Leiter des Stanford Digital Economy Lab, daran, dass dieser anfängliche Rückgang der Produktivität nur vorübergehend sein kann.
Seiner Einschätzung nach können Organisationen langfristig produktiver arbeiten, wenn sie ihre Prozesse neu gestalten und KI sinnvoll in ihre Arbeitsabläufe integrieren.
Bei kognitiver Kapitulation sieht das anders aus. Wenn wir unser Denken an KI abgeben, verlieren wir zunehmend die Fähigkeit, selbst zu prüfen und zu entscheiden. Und je mehr wir uns auf KI verlassen, desto schwieriger wird es, Fehler zu erkennen und selbst gegenzusteuern.
Eine Studie der Wharton School aus diesem Jahr zeigt: Wenn KI richtig liegt, kann sie unsere Leistung steigern. Liegt KI falsch, verlassen wir uns trotzdem häufig auf ihr Ergebnis und treffen dadurch schlechtere Entscheidungen, als wir es ohne KI getan hätten.
Genau deshalb ist es wichtig, Menschen zu zeigen, wie sie KI richtig nutzen. Sie müssen lernen, wann sie die Ergebnisse hinterfragen, ihrem eigenen Urteil vertrauen und selbst weiterdenken sollten.
Studie: KI liegt falsch, wir folgen trotzdem
The Wharton School, 2026
Eine Studie mit 1.372 Teilnehmenden und 9.593 Durchgängen der Wharton School zeigt, wie stark wir uns auf KI verlassen:
- Wenn die KI richtig lag, folgten 92,7 % ihrer Empfehlung.
- Wenn die KI falsch lag, folgten ihr immer noch 79,8 %.
- Ohne KI lag die Genauigkeit bei 45,8 %.
- Mit gutem KI-Umgang stieg sie auf 71 %.
- Mit falschem KI-Umgang sank sie auf 31,5 % und damit unter den Wert ohne KI.
Wenn KI falsch liegt, schneiden wir also schlechter ab, als wenn wir ganz auf KI verzichten.
Warum? Weil wir aufhören, kritisch zu hinterfragen.
Wie Du kritisches Denken im Arbetsalltag stärkst
"Wenn Inhalte professionell formuliert sind, überzeugend klingen und schnell verfügbar sind, wie es bei KI-Inhalten oft der Fall ist, fällt es überraschend leicht, sie zu akzeptieren, ohne ausreichend zu prüfen, ob sie tatsächlich richtig sind."
-Dr. Tanya Boyd, Organisationspsychologin, Insights
Kritisches Denken bleibt menschlich.
Denn bessere Entscheidungen entstehen nicht
durch mehr Antworten, sondern durch die
Fähigkeit, sie kritisch zu hinterfragen.
Die Grundlage für kritisches Denken schaffen
Der erste Schritt, um kritisches Denken zu stärken, ist zu verstehen, wie Du von Natur aus denkst und was Dir dabei besonders leichtfällt. Wenn Du Deine Stärken kennst, kannst Du sie gezielt nutzen und Dich weiterentwickeln.
Warum ist das wichtig? Wir denken selten darüber nach, wie wir eigentlich denken. Dabei hilft Dir genau dieses Bewusstsein, Deine menschlichen Stärken auch in der Arbeit mit KI gezielt einzusetzen.
Du erkennst dabei auch verborgene Denkmuster und mögliche Vorurteile. So kannst Du besser einschätzen, was Du vielleicht übersiehst und wo Dich Deine eigene Denkweise zurückhält.
Kritisches Denken beginnt mit den richtigen Fragen
Gib Deinem Denken einen klaren Rahmen: Lerne, Ergebnisse kritisch zu hinterfragen – egal, ob sie von einer KI, Deinen Kolleg:innen oder Dir selbst kommen. Ein paar gezielte Fragen helfen, Annahmen zu prüfen, andere Perspektiven einzubeziehen und fundierte Entscheidungen zu treffen.
Je mehr wir unsere Arbeit auf KI stützen, desto wichtiger wird es, Entscheidungen nicht einfach aus dem Bauch heraus zu treffen. Oft lohnt es sich, kurz innezuhalten und genauer hinzuschauen.
Dabei helfen Dir diese sechs Schritte:
- Annahmen hinterfragen
- Eigene Vorurteile erkennen
- Informationen auf ihre Richtigkeit prüfen
- Hintergründe miteinbeziehen
- Andere Lösungswege in Betracht ziehen
- Deine Einschätzung mit anderen abgleichen
Wenn Du auch nur ein paar dieser Schritte in Deinen Arbeitsalltag einbaust, wirst Du merken, dass Du lernst, Situationen besser einzuschätzen und fundiertere Entscheidungen zu treffen.
Was kritisches Denken im Arbeitsalltag bewirkt
Für Deine Organisation
- Leistungsfähigkeit der Organisation stärken
- Zukunftsorientierte Innovation gezielt unterstützen
- Resilienz in der Organisation stärken
- Zusammenarbeit fördern
Für Dich
- Fundierte Entscheidungen treffen
- KI und Daten strategisch nutzen
- Besser mit anderen zusammenarbeiten
- Schneller dazulernen und Dich weiterentwickeln
- Probleme wirksam lösen und agil handeln
Kritisches Denken im Alltag üben
Oft lernen wir am besten, indem wir Dinge selbst ausprobieren. Praxisnahe Übungen können dabei helfen, kritisches Denken bewusster im Arbeitsalltag einzusetzen und weiterzuentwickeln.
Warum? Kritisches Denken hilft uns nicht nur dabei, bessere Entscheidungen im Umgang mit KI zu treffen. Es unterstützt uns auch in vielen anderen Lebensbereichen dabei, Situationen besser einzuschätzen und eigene Urteile zu bilden. Je häufiger wir erleben, wie uns kritisches Denken im Alltag weiterhilft, desto mehr Vertrauen gewinnen wir in unser eigenes Urteilsvermögen.
Probiere es direkt aus.
Wenn Du das nächste Mal mit Deinem bevorzugten KI-Tool arbeitest, kannst Du kritisches Denken ganz bewusst einbauen:
- Hinterfrage ein KI-Ergebnis, anstatt es direkt zu übernehmen
- Bitte Kolleg:innen um eine zweite Einschätzung
- Prüfe die Quellen genauer: Findest Du die Aussage oder Studie wirklich im zitierten Bericht?
- Denk an eine Entscheidung, die du beinahne ungeprüft übernommen hättest. Was hat Dich dazu gebracht, nochmal genauer hinzuschauen?
Insights Discovery - Kritisches Denken
Wenn wir uns angewöhnen können, KI-Ergebnisse ungeprüft zu übernehmen, können wir auch lernen, sie wieder bewusster zu hinterfragen. Allerdings brauchen wir dafür einen klaren Rahmen.
Das Kapitel „Kritisches Denken” im Insights Discovery Präferenz-Profil baut auf dem vertrauten Vier-Farben-Lernmodell von Insights Discovery auf und unterstützt Unternehmen dabei, kritisches Denken auch in großen Gruppen gezielt weiterzuentwickeln.
Auf Grundlage des persönlichen Insights Discovery Präferenz-Profil lernen die Teilnehmenden, Informationen kritisch abzuwägen und fundierte Entscheidungen zu treffen, unabhängig von ihrer Rolle im Unternehmen.
So wird kritisches Denken Teil des Arbeitsalltags
Kritisches Denken entsteht nicht in der Theorie, sondern in der Praxis. Dort, wo Menschen Entscheidungen treffen, Prioritäten setzen und mit Unsicherheit umgehen.
Deshalb arbeiten die Teilnehmenden mit einer konkreten Herausforderung aus ihrem Arbeitsalltag. Vielleicht muss ein Team mit einem kleineren Budget auskommen. Vielleicht steht eine schwierige Entscheidung an, bei der unterschiedliche Interessen berücksichtigt werden müssen. Oder es gilt, auf eine Situation zu reagieren, für die es keine eindeutige Lösung gibt.
Im Rahmen eines sechsstufigen Programms erschließen die Teilnehmenden Schritt für Schritt neue Blickwinkel, reflektieren ihre ersten Schlussfolgerungen und gewinnen ein tieferes Verständnis für die Situation. Statt vorschnell Antworten zu akzeptieren, lernen sie, Zusammenhänge besser einzuordnen und fundierte Entscheidungen zu treffen.
Mit der Zeit entsteht etwas, das in einer Welt voller schneller Antworten immer wichtiger wird: die Fähigkeit, innezuhalten, Komplexität zu verstehen und unterschiedliche Perspektiven zu berücksichtigen.
Das Kapitel „Kritisches Denken“ baut auf dem persönlichen Insights Discovery Profil auf. Digitale Lernimpulse und Check-ins unterstützen dabei, das Gelernte langfristig im Alltag zu verankern.
Das Ergebnis: Kritisches Denken wird zu einem festen Bestandteil der Zusammenarbeit und unterstützt Teams dabei, auch unter Druck tragfähige Entscheidungen zu treffen.
Die Zukunft gehört den Menschen, die kritisch denken
Kritisches Denken bleibt menschlich.
Nicht, weil Menschen mehr Wissen haben als KI. Sondern weil sie Zusammenhänge einordnen, Konsequenzen abwägen und Verantwortung für Entscheidungen übernehmen. Je leistungsfähiger KI wird, desto wertvoller wird diese Fähigkeit. Organisationen, die sie stärken, schaffen bessere Voraussetzungen für gute Entscheidungen, Innovation und erfolgreiche Zusammenarbeit.
Kritisches Denken unterstützt Menschen dabei, KI bewusst zu nutzen, Informationen einzuordnen und gute Entscheidungen zu treffen. Gerade in Zeiten von Veränderung hilft es, Orientierung zu finden und handlungsfähig zu bleiben. Insights Discovery – Kritisches Denken verbindet dafür einen bewährten Entscheidungsprozess mit der vertrauten Sprache der Insights-Farben.
In sechs Schritten unterstützt die Anwendung Menschen dabei, KI-Ergebnisse kritisch zu prüfen, eigene Perspektiven einzubringen und Entscheidungen bewusst zu treffen.
Wie sieht es in Deinem Team aus?
Quellen und Ressourcen für diesen Artikel:
Kosmyna, N et al. Thinking Fast, Slow and Artificial: Generative AI Reduces Cognitive Effort While Thinking. SSRN. Abrufbar unter: https://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=6097646
Glean. Work AI Index. Abrufbar unter: https://www.glean.com/work-ai-institute/reports/work-ai-index
Davenport, T. Ten Reasons Why We Won't See Productivity. Substack. Abrufbar unter: https://tdavenport.substack.com/p/ten-reasons-why-we-wont-see-productivity (tdavenport.substack.com)